Ich glaub‘ ich steh’ im Wald...


Diesen Satz denke ich in letzter Zeit öfter mal wenn ich die Nachrichten lese, aber auch, wenn ich die Reaktionen von manchen Mitmenschen darauf mitbekomme. Was ist das gerade bitte für eine verrückte Zeit?! So langsam „normalisiert“ sich ja einiges, aber die Ungewissheit ist doch immer noch groß. Wie geht es weiter? Wird es ein „normales“ Leben, wie wir es vor Corona kannten, irgendwann wieder geben? Und überhaupt, diese Zeiteinteilung in „vor Corona“ und „nach Corona“ - wird das in die Geschichte eingehen? Wenn ja, mit welchen Konsequenzen? Werden unsere Kinder mit Mindestabstand und Mundschutz aufwachsen? Wann kommt das nächste Virus? Was machen wir dann? Reagieren wir genauso wie jetzt? Was wären die Alternativen? Wann hört das auf? Hört das irgendwann auf?

Fragen über Fragen, auf die (so scheint es zumindest) im Moment noch keiner die Antworten kennt. Ich glaube, ich habe es noch nie so schwer gefunden, mir eine eigene Meinung zu bilden. Es kommen ständig neue Fakten, Studien, neue Erkenntnisse, die die vorherigen widerlegen- oder auch nicht...

 

Letztendlich stehe ich hier: Tatsächlich im Wald. Der Wald ersetzt für mich irgendwie den Therapeuten. Schon als Teenager bin ich, wenn ich Probleme hatte, erstmal mit unserem Hund in den Wald. Nicht selten für 2- 3 Stunden. So lange, bis ich eben das Gefühl hatte, dass ich mit mir selbst und der Welt „da draußen“ wieder klarkommen kann.

Momentan hat der Wald als „Rückzugsort“ wieder mehr Bedeutung in meinem Leben bekommen. Hier darf man einfach „sein“ (sowohl im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinne😉). Der Wald fragt nicht, urteilt nicht, verlangt nichts. Man muss hier nicht alles verstehen. Zwischen jahrhundertealten Bäumen darf man sich klein und unbedeutend, aber auch geborgen und getröstet fühlen. Die besondere Waldatmosphäre vermittelt mir immer wieder das Gefühl: „Mach dir keine Sorgen. Das Leben geht weiter! Das hat es immer schon getan... Hab keine Angst, alles wird gut.“

 

Und so kann ich dann nach einiger Zeit nach Hause gehen- in mir eine wiederentdeckte Gewissheit, ein Urvertrauen, von dem ich manchmal schon dachte, ich hätte es verloren...

Ich kann wieder darauf vertrauen, dass ich klarkommen werde. Mit mir. Und mit der Welt „da draußen“ - wie auch immer sie morgen sein mag.

Diese Gewissheit ist für mich momentan wichtiger als alle Fakten, Meinungen und Diskussionen. Ich kann nicht alles verstehen, ich werde immer mal wieder „im Wald stehen“...und ich lerne gerade, dass das ok ist!

1 Kommentar

Katharina Rina

Liebe Lena, lieber Christian/Buzzer :)!!!
So toll was ihr da macht und mega Deine Worte hier!
Würde Euch sofort unterstützen, nur leider ist das hier auf Zypern so ne Sache mit dem Versand 🥴!
Kommt fast nichts an in dieser bescheuerten Zeit!
Die komplette Seite ist wirklich toll! Eure Story, die Produkte und das durchdachte Programm das ihr unterstützt!

Ganz liebe Grüße an die ganze Familie Schwarz

Sonniger und liebster Gruss aus Zypern
Rina

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