Leben auf Pump

Wie ihr bestimmt alle mitbekommen habt, war vor einigen Tagen, nämlich am 22.08.2020, der Earth Overshoot Day. Dieser Tag wird jährlich vom Global Footprint Network ermittelt, und er zeigt an, wann wir - die Weltbevölkerung- alles an Ressourcen verbraucht haben, was unser Planet innerhalb eines Jahres regenerieren kann.

Leider sind wir in Deutschland mit an der Spitze, wenn es um das Thema Ressourcenverschwendung geht.

Wir verbrauchen in Deutschland zwischen 33 und 40 Tonnen an Ressourcen pro Kopf pro Jahr... als global nachhaltig gelten ca. 8 Tonnen pro Kopf pro Jahr!!!!

Aufgrund der Corona- Pandemie lässt sich der deutsche Earth Overshoot Day dieses Jahr nicht genau berechnen- er wäre wahrscheinlich auf den 3.Mai 2020 gefallen!

Ist das nicht unglaublich? Nach 4 Monaten haben wir  bereits alles Kohlendioxyd, welches Wälder und Ozeane innerhalb eines Jahres absorbieren können, ausgestoßen. Wir fischen mehr und schneller, als die Bestände sich erholen können, fällen mehr Holz, als nachwachsen kann, ...

Hier in Deutschland leben wir, als ob wir 3 Erden zur Verfügung hätten (weltweit gesehen 1,6 Erden)... haben wir aber nicht!!!

Im privaten Bereich würden wir anhand solcher Zahlen wohl schnell in Panik verfallen:

Am 3. Mai bereits das komplette Jahreseinkommen verprasst?! Leben als ob man 3 Jahres- Gehälter zur Verfügung hätte, ohne dass dies der Realität entspricht?!

Da wird jedem schnell klar: Das geht nicht! Hier muss man sofort und gründlich etwas ändern, sonst endet das in einer Katastrophe!!

Allerdings ist diese Katastrophe (nämlich ein enormer Schuldenberg) eine Banalität im Vergleich zu dem, was unserer Erde und uns als Menschheit bevorsteht, wenn wir nicht schnell damit beginnen, unsere Verantwortung wahrzunehmen und anfangen, besser mit unseren Ressourcen hauszuhalten.

Wir leben aktuell auf Kosten kommender Generationen, aber auch auf Kosten der Menschen, die im globalen Süden leben. Diese Menschen verbrauchen zwar selbst deutlich weniger als wir in den Industrienationen, sind aber von den ökologischen Folgen direkter und stärker betroffen!

Greta Thunberg hat auf ihrer Rede in Davos gesagt: „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“

Ich kann sie durchaus verstehen! Wie gesagt, ginge es um unseren Privathaushalt, wären wir im Angesicht der Lage schon längst in heller Panik!

Ob Panik uns langfristig weiterhilft, wage ich allerdings zu bezweifeln. Vielleicht ist sie aber kurzfristig notwendig, damit wir das tatsächliche Ausmaß des Problemes erkennen.

Dann aber ist es wichtig, nicht in dieser Panik zu verharren, sondern ins Handeln zu kommen und nach Lösungswegen zu suchen.

Wenn wir nun den Bogen zum allgegenwärtigen Thema 2020, der Corona- Pandemie, schlagen, dann können wir auch aus dieser Krise etwas Positives mitnehmen.

„...Krisen [sind] oft auch Momente, in denen Veränderungen möglich sind, die unter Normalbedingungen undenkbar wären. Die radikalen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, sind selbst Beispiele dafür.“- schreibt z.B. Prof. Dr. Dirk Messner,Präsident des Umweltbundesamtes.

„Wenn alles gut geht, könnten 2020/21 zu Wendejahren in Richtung zukunftsfähiger Wirtschaften und Gesellschaften werden.“

Dafür „... müssen die Investitionen zur ökonomischen Erholung nach der Pandemie konsequent an Nachhaltigkeit gekoppelt werden. Unsere Wirtschaft darf nicht länger an Profit ausgerichtet sein, der Klimaziele und Menschenrechte untergräbt. Der Ressourcenverbrauch muss sinken." fordert Steffen Vogel von Germanwatch.

So weit, so gut- mag man jetzt denken, und sich als Einzelperson überfordert zurückziehen. Das ist Sache der Politik- DIE müssen handeln!

Das ist zwar richtig, aber gerade auch jeder Einzelne von uns ist hier gefragt!

Jeder kann anfangen umzudenken, Entscheidungen und Lebensgewohnheiten zu hinterfragen und zu ändern. Es ist wichtig, dass wir uns darüber bewusst werden, dass wir mit jeder unserer Entscheidungen, immer wieder, jeden Tag aufs Neue, ein Signal senden. An unsere Umwelt, unsere Politik, die Marktwirtschaft, etc.

Daher lohnt es sich wirklich, bei sich selbst anzufangen und sein eigenes (Konsum-) Verhalten zu hinterfragen!

Wir alle zusammen können etwas verändern! Je mehr Menschen in ihrem Leben Veränderungen hin zu mehr Bewusstsein und Nachhaltigkeit vornehmen, desto größere Kreise wird das ziehen.

Auf den unten genannten Seiten gibt es gute Anregungen, was man tun kann, um Ressourcen zu schonen und somit den Earth Overshoot Day nach hinten zu verschieben!

⬇️ Schaut doch mal vorbei! #movethedate

https://www.overshootday.org/steps-to-movethedate/  

https://www.wwf.de/earth-overshoot-day

“Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.“

(Dalai Lama)

 

In diesem Sinne-

Liebe Grüße von eurem Bambuzz-Team

 

 

 

 

 


 

Quellen: 

www.overshootday.org

www.umweltbundesamt.de

www.germanwatch.org

www.wwf.de

www.utopia.de

 

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